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Gesellschaft & Arbeit

Wie viele Jobs schafft Automatisierung? Zahlen und Statistiken

Automatisierung vernichtet und schafft: 69 Mio. neue Stellen bis 2027, aber netto minus 14 Mio.

Grob 1,2 Jobs pro Minute.

69 Mio.neue Stellen 2023–2027 (WEF)
83 Mio.verdrängte Stellen 2023–2027
-14 Mio.Nettosaldo 2023–2027

Quelle: WEF Future of Jobs Report 2023; McKinsey Global Institute 2023. Zum Dashboard →

Die Schattenseite der Automatisierung: was Technologie tatsächlich aufbaut

Automatisierung schafft auch Arbeitsplätze. Der WEF-Report 2023 prognostiziert 69 Millionen neue Stellen von 2023 bis 2027: KI-Spezialisten, Datenanalysten, Nachhaltigkeitsingenieure, Cybersicherheitsexperten. Gleichzeitig werden 83 Millionen Stellen verdrängt, das Nettosaldo beträgt minus 14 Millionen. Frühere Automatisierungswellen schufen letztlich mehr Stellen als sie vernichteten. Ob das diesmal so kommt, ist umstritten.

Automatisierung und Beschäftigung in Zahlen

WEF 2023: 69 Mio. neue Stellen durch Technologieadoption 2023 bis 2027, gegenüber 83 Mio. verdrängten Stellen.

KI- und Machine-Learning-Spezialist ist das weltweit am schnellsten wachsende Berufsfeld (WEF 2023).

Nettoeffekt WEF 2023: minus 14 Mio. Stellen 2023 bis 2027 (2 % der Gesamtbeschäftigung).

WEF 2018 prognostizierte netto +58 Mio. neue Stellen bis 2022; 133 Mio. neue bei 75 Mio. verdrängten.

Entwicklung im Zeitverlauf

Jede große Automatisierungswelle hat letztlich mehr Arbeitsplätze geschaffen als vernichtet – von der Industriellen Revolution über die Computerisierung bis heute. Das Weltwirtschaftsforum prognostiziert 69 Millionen neue Stellen durch den Einsatz von Technologie zwischen 2023 und 2027.

2022
2K/Tag
2024
2K/Tag
0.0021K42K63K84K2022202420272028ESTIMATED2K2K~48K~73K
JahrRateSchätzung/TagKontext
20221.20/min2KPre-LLM automation wave
20241.20/min2KAI specialist roles growing fastest; no single global count exists, rate derived from BLS regional data
2027 (forecast)33/min48KAI, green economy, digital roles
2028 (forecast)51/min73KGreen economy, AI ops, and care roles accelerate

Live im Vergleich

Durch Maschinen gewonnene Arbeitsplätze
- bis jetzt heute- dieses Jahr
Durch Maschinen verlorene Arbeitsplätze
- bis jetzt heute- dieses Jahr

Wichtige Meilensteine

  1. 2018WEF Future of Jobs 2018: 75 Mio. Stellen verdrängt bis 2022; 133 Mio. neue Rollen entstehen, Netto +58 Mio.
  2. 2020McKinsey: rund 15 % der globalen Belegschaft bis 2030 von Automatisierung betroffen (bis 375 Mio. müssen Berufsfeld wechseln).
  3. 2023WEF Future of Jobs 2023: 69 Mio. neue vs. 83 Mio. verdrängte Stellen, Netto minus 14 Mio. 2023 bis 2027.
  4. 2025Generative KI (LLMs) automatisiert erstmals kognitive Routinetätigkeiten; Debatte über „Job-Polarisierung“ nimmt zu.

Studien & Forschungsbelege

JahrStudie / BefundWertQuelle
2018WEF Future of Jobs 2018: 75 Mio. Stellen verdrängt bis 2022; 133 Mio. neue Rollen geschaffen, Nettosaldo +58 Mio.133 Mio. neue Stellen (Prognose 2018-2022)World Economic Forum
2020WEF Future of Jobs 2020: 85 Mio. Stellen verdrängt bis 2025; 97 Mio. neue Rollen entstehen, Nettosaldo +12 Mio.97 Mio. neue Stellen (Prognose 2020-2025)World Economic Forum
2023WEF Future of Jobs 2023: 69 Mio. neue Stellen 2023-2027; 83 Mio. verdrängt; Nettosaldo -14 Mio. (2 % der Gesamtbeschäftigung)69 Mio. neue Stellen (Prognose 2023-2027)World Economic Forum
2026-World Economic Forum

Zum Nachdenken

WEF-Prognosekontext: 69 Millionen neue technologiegetriebene Stellen von 2023 bis 2027 entsprechen rund 47.000 pro Tag (brutto). Der Live-Zähler verwendet eine konservativere beobachtete Basis von rund 1,2 pro Minute (rund 1.728 pro Tag) aus aktuellen Einstellungsdaten, nicht die WEF-Prognosedecke.

Hintergrund und Einordnung

Welche Berufe entstehen durch Technologie tatsächlich?

Die am schnellsten wachsenden Berufsfelder laut WEF 2023: KI- und Machine-Learning-Spezialisten, Nachhaltigkeitsbeauftragte, Business-Intelligence-Analysten, Informationssicherheitsanalytiker, Fintech-Ingenieure und Datenanalysten. Viele erfordern deutlich höhere Bildungs- und Technikkenntnisse als die verdrängten Berufe, was strukturelle Qualifikationslücken entstehen lässt.

Die historische Bilanz: Maschinenstürmer und was sie nicht wussten

Jede große Automatisierungswelle hat letztlich mehr Stellen geschaffen als vernichtet: von der industriellen Revolution über die Mechanisierung der Landwirtschaft bis zur Computerisierung. Das WEF 2018 projizierte 133 Millionen neue Stellen bei 75 Millionen verdrängten. Ob KI diese historische Logik fortsetzt oder bricht, ist die entscheidende offene Frage, denn KI kann erstmals auch kognitive Routineaufgaben automatisieren.

Schaffung und Vernichtung: wie sich die WEF-Bilanz verschlechterte

Jeder WEF Future of Jobs Report projiziert sowohl Bruttojobschöpfung als auch Bruttojobvernichtung. Der Bericht 2018 war netto positiv (+58 Mio.); der Bericht 2020 war netto positiv (+12 Mio.); der Bericht 2023 ist erstmals netto negativ (-14 Mio.). Dieser Trend spiegelt den wachsenden Konsens wider, dass KI, anders als frühere Automatisierungswellen, sowohl kognitive als auch körperliche Arbeit verdrängt und damit eine breitere Palette von Berufen bedroht als die Fertigungsautomatisierung. Die entscheidende Variable ist die Umschulungsgeschwindigkeit: Gelingt es Beschäftigten, schnell neue Kompetenzen zu erwerben, bleibt menschliche Arbeit wettbewerbsfähig.

Die Geografie neuer Arbeitsplätze

Die Jobschöpfung durch Automatisierung ist nicht gleichmäßig verteilt. Technologiegetriebene Rollen (KI-Ingenieure, Datenwissenschaftler, Techniker für erneuerbare Energien, Cybersicherheitsanalysten) konzentrieren sich in Hocheinkommensländern mit starker Bildungsinfrastruktur. Niedrigeinkommensländer, die auf Fertigungs- und Datenverarbeitungsberufe ausgerichtet sind, stehen vor Verdrängung ohne proportionale Schaffung von Ersatzrollen. Diese geografische Asymmetrie bedeutet, dass globale Nettozahlen schwerwiegende lokale Verwerfungen verdecken können, weil Gemeinschaften in betroffenen Regionen sich nicht automatisch in Zentren für neue Technologierollen verwandeln.

Wie der Zähler berechnet wird

Konservative Schätzung: rund 1,2 neue technologiebedingte Stellen pro Minute weltweit (aus aktuellen KI/Tech-Einstellungsdaten über Regionen, BLS und vergleichbare Erhebungen, 2024). Das entspricht rund 630.000 neuen Stellen pro Jahr. Das WEF 2023 projiziert 69 Mio. neue Stellen über 5 Jahre (rund 26/Minute); der Zähler verwendet die konservativere beobachtete Basis. Quellen: WEF - Future of Jobs Report 2025BLS - Overview of Employment Statistics. Methodik →

Häufig gestellte Fragen

Wie viele Jobs werden durch Automatisierung und Technologie geschaffen?
Der WEF Future of Jobs Report 2023 prognostiziert 69 Millionen neue Stellen weltweit von 2023 bis 2027 durch Technologieadoption, gegenüber 83 Millionen verdrängten Stellen, was einem Nettoverlust von 14 Millionen Stellen entspricht.
Welche Arten von Stellen entstehen durch Technologie?
Die am schnellsten wachsenden Berufsfelder: KI- und Machine-Learning-Spezialisten, Nachhaltigkeitsbeauftragte, Business-Intelligence-Analysten, Informationssicherheitsanalytiker, Fintech-Ingenieure und Datenanalysten. Diese Rollen erfordern häufig deutlich höhere Qualifikationen als die gleichzeitig verdrängten Berufe.
Hat Automatisierung historisch mehr Jobs vernichtet oder geschaffen?
Historisch gesehen hat jede große Automatisierungswelle letztlich mehr Stellen geschaffen als vernichtet. WEF 2018 prognostizierte netto 58 Millionen neue Stellen durch Automatisierung bis 2022. Der KI-Boom ist jedoch einzigartig, weil er erstmals auch kognitive Routinetätigkeiten automatisiert, was die historische Analogie weniger zuverlässig macht.
Welche Berufe sind am stärksten von Automatisierung bedroht?
WEF 2023 identifiziert Dateneingabeberufe, Sachbearbeitung, Buchhaltung und routinierte Verwaltungsaufgaben als am stärksten gefährdet. Physische Tätigkeiten in strukturierten Umgebungen (Montage, Verpackung) sind weiterhin stark automatisierungsgefährdet. Berufe mit hohem sozialen, kreativen und strategischen Anteil gelten als robuster.
Wie zuverlässig sind WEF-Jobprognosen?
WEF-Prognosen beruhen auf Unternehmensumfragen, keine amtliche Statistik. Die 2018er Prognose erwies sich als zu optimistisch (Nettosaldo +58 Mio. wurde nicht erreicht). Dennoch ist der WEF Future of Jobs Report die umfassendste regelmäßige brancheübergreifende Erhebung zum Thema. Ergebnisse beschreiben Trends, keine präzisen Vorhersagen.

Warum diesen Daten vertrauen

Der WEF Future of Jobs Report basiert auf Umfragen unter Chief Human Resources und Strategy Officers in über 800 Unternehmen aus 27 Branchenclustern und 45 Volkswirtschaften, die zusammen mehr als 11,3 Millionen Beschäftigte repräsentieren. Er erscheint alle zwei Jahre und ist der umfassendste brancheübergreifende Ausblick auf Beschäftigung durch technologischen Wandel. Der McKinsey Global Institute Report 2023 liefert eine unabhängige Bestätigung.