ENDE

Sicherheit & Privatsphäre

Wie viele Menschen werden täglich Opfer von Cybermobbing? (Live-Zähler)

Schätzung der Personen, die heute online belästigt werden

Grob 65 Opfer pro Sekunde.

6 Mio.Opfer pro Tag
70 %berichten es nie einem Erwachsenen
1 von 6Jugendliche kürzlich betroffen

Quellen: WHO/Europe HBSC 2024 (279.000 Jugendliche, 44 Länder), UN SRSG 2026, UNESCO 2024. Auf dem Dashboard ansehen →

Was ist Cybermobbing?

Cybermobbing meint Belästigung über soziale Medien, Messaging-Dienste, Spiele oder E-Mail, rund um die Uhr, mit unbegrenzter Reichweite und dauerhaften digitalen Spuren. Die WHO/Europe-HBSC-Studie (279.000 Jugendliche aus 44 Ländern, 2024) stellt fest, dass jeder sechste schulpflichtige Jugendliche in den vergangenen Wochen von Cybermobbing betroffen war. Der UN-Bericht 2026 beziffert die globale Rate auf rund eines von fünf Kindern und warnt, dass zwei Drittel der Kinder weltweit angeben, Cybermobbing nehme zu, angetrieben unter anderem durch KI-generierte Inhalte und Deepfakes.

Ausmaß und Reichweite: Was die Forschung zeigt

1 von 6 (15 %) schulpflichtigen Kindern war in den vergangenen Wochen von Cybermobbing betroffen, in 44 Ländern und unter 279.000 Befragten (WHO/Europe HBSC 2024).

WHO/Europe HBSC 2024

Rund eines von fünf Kindern weltweit war bereits von Cybermobbing betroffen; zwei Drittel berichten eine Zunahme (UN SRSG 2026, über 30.000 Kinder befragt).

UN SRSG 2026

Jedes zehnte Kind weltweit erlebt Cybermobbing; nur 16 % der Länder haben bildungsorientierte Anti-Cybermobbing-Gesetze (UNESCO 2024).

UNESCO 2024

WHO HBSC: Cybermobbing-Opferrate stieg von 12 bis 13 % (2017/18) auf 15 bis 16 % (2021/22); Mädchen und Jungen sind erstmals nahezu gleich betroffen.

WHO HBSC 2024

In den USA berichten rund 30 % der Snapchat-Nutzer und 20 % der Instagram/TikTok-Nutzer unter Teenagern von Belästigung (Pew Research 2026, 1.458 Teenager).

Pew Research 2026

Was das konkret bedeutet

Das internationale Bild ist eindeutig: Rund jeder sechste Jugendliche war in den vergangenen Wochen von Cybermobbing betroffen (WHO HBSC 2024, 279.000 Befragte in 44 Ländern), weltweit spricht etwa jedes fünfte Kind von selbst-erlebtem Cybermobbing (UN SRSG 2026). Es gehört damit zu den häufigsten negativen Erfahrungen im Jugendleben heute.

Der entscheidende Unterschied zu klassischem Schulhof-Mobbing ist das Fehlen eines sicheren Rückzugsorts. Cybermobbing folgt Betroffenen nach Hause, ins Zimmer, in die Nacht. Die Mehrheit der Opfer sagt es keinem Erwachsenen, oft aus Angst, selbst schuldig zu sein oder als „Lösung" das Gerät weggenommen zu bekommen.

Studien belegen durchgehend den Zusammenhang zwischen andauerndem Cybermobbing und Depressionen, Angstzuständen und in schweren Fällen Selbstverletzung. Der wirksamste Schutzfaktor ist kein Überwachungsprogramm, sondern ein offenes Gespräch, bei dem ein Kind das Gefühl hat, Vorfälle ohne Konsequenzen melden zu können.

Cybermobbing-Opfer vs. Verhaftungen wegen Online-Äußerungen, heute

Täglich leiden Millionen unter Cybermobbing ohne rechtliche Konsequenzen für die Täter, während andere für legitime Meinungsäußerungen verhaftet werden. Zwei Seiten digitalen Schadens in Echtzeit.

Cybermobbing-Opfer heute
- bis jetzt heute- dieses Jahr
geschätzt global · vorwiegend Jugendliche
vs.
Verhaftungen wegen Online-Posts
- bis jetzt heute- dieses Jahr
dokumentiert global · Freedom House

Wie Cybermobbing mit sozialen Medien gewachsen ist

  1. 2004Cyberbullying Research Center beginnt systematische US-Befragungen; 12,9 % 30-Tage-Rate.
  2. 2018WHO HBSC 2017/18: erste große länderübergreifende Messung; rund 12 bis 13 % betroffene Jugendliche in 44 Ländern.
  3. 2022WHO HBSC 2021/22: Rate steigt auf 15 bis 16 %; Mädchen und Jungen erstmals nahezu gleich betroffen.
  4. 2024WHO/Europe veröffentlicht HBSC-Band 2 (März 2024); UNESCO Safe to Learn and Thrive: rund ein Zehntel der Lernenden weltweit.
  5. 2026UN-Bericht: rund ein Fünftel der Kinder weltweit betroffen; zwei Drittel berichten eine Zunahme; KI-Deepfakes als neue Bedrohung benannt.

Cybermobbing: Ausmaß, Schäden und Grenzen der Plattformpolitik

Was die globale Forschung zeigt

Lange stützten sich die meistzitierten Cybermobbing-Statistiken auf US-Umfragen des Cyberbullying Research Center (seit 2004). Die US-Werte sind hoch: 32,7 % in einem Zeitraum von 30 Tagen und 58,2 % während der gesamten Lebenszeit unter 10- bis 18-Jährigen im Jahr 2025. Das internationale Bild ist moderater, steigt aber schnell. Der WHO/Europe-HBSC-Bericht 2024 (279.000 Jugendliche in 44 Ländern) verzeichnet 15 % Betroffene innerhalb der letzten Wochen, gegenüber 12 bis 13 % vier Jahre zuvor. Der UN-Sonderbeauftragte für Gewalt gegen Kinder (2026, über 30.000 Befragte weltweit) setzt die Lebenszeit-Rate auf rund ein Fünftel und warnt, dass zwei Drittel der Kinder eine Zunahme berichten. Die UNESCO beziffert die globale Rate konservativ auf rund eines von zehn Kindern.

Vom Schulhof in jeden Lebensbereich

Klassisches Mobbing war räumlich und zeitlich begrenzt: Es fand in der Schule statt. Cybermobbing folgt Betroffenen nach Hause, ins Schlafzimmer, durch jede Stunde des Tages. Opfer berichten, dem Angriff nicht entkommen zu können. Anonymität ermöglicht Attacken, die kein direktes Gespräch so aufrechterhalten würde. Die häufigsten Formen sind schädigende Social-Media-Beiträge, Belästigung per Direktnachricht, öffentliche Beschämung oder Gerüchteverbreitung und der Ausschluss aus Gruppenchats. Gaming-Umgebungen sind mittlerweile ein relevanter Ort. Der UN-Bericht 2026 benennt KI-generierte Deepfakes als neue Bedrohung: gefälschte, erniedrigende Bilder oder Videos von Kindern, in Sekunden erstellt und über Plattformen verbreitet, bevor eine Reaktion möglich ist.

Entwicklung der Cybermobbing-Betroffenheit seit 2004

Die WHO/Europe HBSC-Studie dokumentiert einen Anstieg der Betroffenenrate von 12 bis 13 % (2017/18) auf 15 bis 16 % (2021/22) in 44 Ländern. Der UN-Bericht 2026 stellt fest, dass zwei Drittel der Kinder weltweit eine Zunahme wahrnehmen, einige Länder verzeichnen Anstiege von über 50 % in wenigen Jahren.

2004
605K/Tag
2010
864K/Tag
2015
2 Mio./Tag
2018
4 Mio./Tag
2022
5 Mio./Tag
2025
6 Mio./Tag
0.002M3M5M6M200420102015201820222025605K864K2M4M5M6M
JahrRateGeschätzt/TagKontext
20047/sec605KSocial media not yet mass-adopted
201010/sec864KFacebook ubiquity; pre-smartphone mass adoption
201522/sec2 Mio.Smartphone social media accelerates
201842/sec4 Mio.First large cross-national WHO measurement
202258/sec5 Mio.Post-COVID rise; boys and girls equal
202565/sec6 Mio.Two-thirds of children report an increase; AI deepfakes emerge; daily rate modelled from prevalence survey

Studien & Forschungsbelege

JahrStudie / BefundWertQuelle
2004Cyberbullying Research Center (USA): Inauguralbefragung; 12,9 % der 10- bis 18-Jährigen in den letzten 30 Tagen betroffen; 40,6 % lebenslang12.9 % 30-Tage-Rate (US-Jugendliche 2004)Cyberbullying Research Center
2018WHO HBSC 2017/18: rund 12 % der Jungen und 13 % der Mädchen in Europa, Zentralasien und Kanada von Cybermobbing betroffen12.5 % in den vergangenen Monaten (Ø 44 Länder)WHO Regional Office for Europe
2022WHO HBSC 2021/22 (279.000 Jugendliche, 44 Länder): 1 von 6 (15 %) in den vergangenen Wochen cybermobbingbetroffen; Jungen 15 %, Mädchen 16 %15 % in den vergangenen Monaten (Ø 44 Länder)WHO Regional Office for Europe
2024UNESCO Safe to Learn and Thrive: rund jedes zehnte Kind weltweit von Cybermobbing betroffen; nur 16 % der Länder haben bildungsnahe Anti-Cybermobbing-Gesetze10 % Lernende weltweit (Schätzung)UNESCO
2025Cyberbullying Research Center USA: 32,7 % der 10- bis 18-Jährigen in den vergangenen 30 Tagen betroffen; 58,2 % Lebenszeit-Rate (höchster Wert in der US-Längsschnittserie)32.7 % 30-Tage-Rate (US-Jugendliche 2025)Cyberbullying Research Center
2026UN SRSG zu Gewalt gegen Kinder: rund ein Fünftel der Kinder weltweit mindestens einmal betroffen; zwei Drittel berichten eine Zunahme; KI und Deepfakes als neue Beschleuniger (>30.000 Befragte weltweit)20 % Lebenszeit, globale SchätzungUnited Nations
2026Pew Research (USA, 1.458 Teenager): rund 30 % der Snapchat-Nutzer und 20 % der Instagram-/TikTok-Nutzer berichten über Belästigung auf diesen Plattformen30 % US-Snapchat-Teenager (2026)Pew Research Center

Die Dimension hinter den Zahlen

Bei rund 65 Cybermobbing-Vorfällen pro Sekunde sind das täglich geschätzte 5,6 Mio. betroffene junge Menschen, in etwa die gesamte Bevölkerung Österreichs und der Schweiz zusammen.

So wird der Zähler berechnet

Die Rate stammt aus dem WHO/Europe HBSC 2024-Bericht (15 % der 11- bis 15-Jährigen aus 44 Ländern und 279.000 Befragten berichteten von Cybermobbing in den vergangenen Wochen). Dieser Wert wurde trianguliert mit dem UN SRSG-Bericht 2026 (rund ein Fünftel der Kinder weltweit, Lebenszeit; über 30.000 Befragte) und der UNESCO Safe to Learn and Thrive (2024, rund ein Zehntel). Angewendet auf eine Milliarde internetnutzende Jugendliche weltweit: ~17 % = rund 170 Mio. Betroffene in 30 Tagen ÷ 30 Tage ≈ 5,6 Mio./Tag ÷ 86.400 Sekunden ≈ 65/s.

Verwendete Quellen: Cyberbullying Research Center - Summary of Research 2004-2025 - WHO/Europe - A focus on adolescent peer violence and bullying (HBSC 2021/22, Volume 2) - UN Special Representative of the Secretary-General on Violence against Children - Annual Report on Cyberbullying. Methodik →

Häufig gestellte Fragen

Wie viele Jugendliche sind von Cybermobbing betroffen?
WHO/Europe HBSC 2024 (44 Länder, 279.000 Jugendliche): 15 % haben in den vergangenen Wochen Cybermobbing erlebt. UN SRSG 2026 (über 30.000 Kinder weltweit): rund eines von fünf war schon einmal betroffen. UNESCO 2024 schätzt global rund eines von zehn Kindern. In den USA liegen die Werte deutlich höher (32,7 % in 30 Tagen, 58,2 % Lebenszeit laut Cyberbullying Research Center 2025), sind aber nicht auf andere Länder übertragbar.
Hat Cybermobbing in den letzten Jahren zugenommen?
Ja. Die WHO-HBSC-Daten zeigen einen Anstieg von 12 bis 13 % (2017/18) auf 15 bis 16 % (2021/22) in Europa, Zentralasien und Kanada. Der UN-Bericht 2026 stellt fest, dass zwei Drittel der Kinder weltweit eine Zunahme wahrnehmen, in manchen Ländern ist der Anteil Betroffener in wenigen Jahren um über 50 % gestiegen. Generative KI und Deepfakes gelten als neue Beschleuniger.
Welche psychischen Folgen hat Cybermobbing?
Betroffene weisen deutlich häufiger Depressionen, Angstzustände, Suizidgedanken und schulisches Versagen auf als Nicht-Betroffene. Im Gegensatz zu klassischem Mobbing gibt es kein Entrinnen: Opfer fühlen sich auch zuhause nicht sicher. WHO, UNESCO und UN stufen Cybermobbing als relevantes Problem für die öffentliche Gesundheit ein.
Wie wird der Zähler berechnet?
Die Rate basiert auf dem WHO/Europe HBSC 2024 Bericht (15 % Betroffene unter 11- bis 15-Jährigen, 44 Länder, 279.000 Befragte), trianguliert mit UN SRSG 2026 (rund ein Fünftel weltweit, Lebenszeit) und UNESCO 2024 (rund ein Zehntel). Angewendet auf geschätzte eine Milliarde internetnutzende Jugendliche: rund 170 Mio. in einem Referenzzeitraum von 30 Tagen ÷ 30 ≈ 5,6 Mio./Tag ÷ 86.400 s ≈ 65/s.

Zur Qualität der Cybermobbing-Schätzung

Primärquelle ist die WHO/Europe HBSC-Studie (Band 2, veröffentlicht März 2024), die 279.000 Jugendliche im Alter von 11, 13 und 15 Jahren in 44 Ländern befragte. Es handelt sich um den einzigen großen länderübergreifenden Datensatz mit vergleichbaren Längsschnittdaten zu Cybermobbing. Ergänzt wird er durch den UN-Sonderbeauftragten für Gewalt gegen Kinder (Jahresbericht 2026, über 30.000 Kinder in allen UN-Regionen) und die UNESCO Safe to Learn and Thrive (2024).